Fällt in einem Betrieb der Strom aus, geht es nicht um Komfort, sondern um Geld: stillstehende Maschinen, auftauende Kühlware, Datenverlust an der Kasse. Die richtige Leistungsklasse – 10, 20 oder 60 kVA – entscheidet darüber, ob Dein Notstromaggregat im Ernstfall trägt oder unter Last in die Knie geht. Dieser Ratgeber zeigt Dir auf Basis von über 18 Jahren Praxiserfahrung, welche kVA-Klasse zu Deinem Gewerbe passt – und wie Du sie sauber berechnest, statt zu raten.
Das Wichtigste in Kürze
- kVA oder kW: kVA ist die Scheinleistung, kW die nutzbare Wirkleistung. Faustformel: kW = kVA × 0,8 (Leistungsfaktor). Eine 20-kVA-Anlage liefert also rund 16 kW.
- 10 kVA (≈ 8 kW): Kleingewerbe – Werkstatt, kleiner Laden, Büro, Hofstelle oder eine einzelne Drehstrom-Maschine.
- 20 kVA (≈ 16 kW): Maschinenpark, mehrere Gebäude, Foodtruck/Event – wenn mehrere Verbraucher gleichzeitig laufen.
- 60 kVA (≈ 48 kW): Netzersatz für den ganzen Betrieb oder eine Produktionslinie – Projektgeschäft mit individueller Planung.
- Dimensionierung: Nicht die Nennleistung, sondern der Anlaufstrom des größten Motors bestimmt die Mindestgröße – plus rund 30 % Reserve.
- Sicherheit: Fester Netzersatz nur über Netzumschalter und konzessionierten Elektrofachbetrieb (VDE 0100-551); CO ist geruchlos und tödlich – Betrieb nur im Freien.
- Warum die richtige Leistungsklasse über Deinen Betrieb entscheidet
- kVA oder kW? Die Leistungsangabe richtig lesen
- 10 kVA – die Einstiegsklasse fürs Kleingewerbe
- 20 kVA – die Mittelklasse für Maschinenpark und mehrere Gebäude
- 60 kVA und größer – Netzersatz für den ganzen Betrieb
- So dimensionierst Du richtig: Anlaufstrom, Gleichzeitigkeit, Reserve
- Sicherheit, Anschluss und Norm – was Pflicht ist
- Häufige Fragen zu Notstromaggregaten fürs Gewerbe
- Fazit: So findest Du die richtige Leistungsklasse
Warum die richtige Leistungsklasse über Deinen Betrieb entscheidet
Für ein Gewerbe ist das Notstromaggregat keine Vorsichtsmaßnahme, sondern Betriebssicherheit in Zahlen: Eine falsch gewählte Leistungsklasse kostet entweder bares Geld – weil ein überdimensioniertes Diesel-Aggregat ständig im Teillastbereich läuft und verrußt – oder sie fällt im Ernstfall unter der ersten Anlauflast aus. Beides ist teurer als die halbe Stunde, die eine saubere Auslegung kostet.
Das deutsche Stromnetz zählt zu den zuverlässigsten der Welt: Laut Bundesnetzagentur lag die durchschnittliche Nichtverfügbarkeit 2024 bei nur 11,7 Minuten je Letztverbraucher (SAIDI-Wert). Diese Statistik erfasst allerdings nur ungeplante Unterbrechungen über drei Minuten – und keine Ereignisse höherer Gewalt wie Sturm, Hochwasser oder Sabotage. Genau diese seltenen, aber langen Ausfälle sind für Betriebe das Risiko: Ein Ausfall von wenigen Stunden legt Kühlketten, Produktionslinien und Kassensysteme lahm.
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt Betreibern kritischer Infrastruktur, die Notstromversorgung mindestens 72 Stunden ohne Nachbetankung aufrechterhalten zu können. Verbindliche Vorschriften gibt es nur in wenigen Bereichen – etwa Krankenhäusern und Tierhaltungsbetrieben. Für die meisten Gewerbe ist die Vorsorge also freiwillig, aber wirtschaftlich sinnvoll. Die grundsätzliche Vorsorge ist die eine Seite – in diesem Ratgeber geht es um die Frage danach: Welche Leistungsklasse trägt Deinen Betrieb wirklich?
„Der häufigste Fehler im Gewerbe ist, dass Kunden nur die Nennleistung ihrer Maschinen addieren und dann eine Klasse zu klein kaufen. Entscheidend ist nicht, was auf dem Typenschild steht, sondern was beim Einschalten passiert. Ein einziger 4-kW-Drehstrommotor kann beim Direktstart kurzzeitig das Vierfache ziehen – und reißt ein zu knapp gewähltes Aggregat sofort in die Schutzabschaltung."
– Alexander Harlinghausen, Geschäftsführer Kipor.org GmbH, 18+ Jahre Erfahrung im Bereich Stromerzeuger
kVA oder kW? Die Leistungsangabe richtig lesen
Der wichtigste Unterschied vorweg: kVA ist die Scheinleistung, kW die tatsächlich nutzbare Wirkleistung. Generatoren werden meist in kVA angegeben, Deine Geräte aber in kW oder Watt. Umgerechnet wird über den Leistungsfaktor cos φ – bei gemischten Gewerbelasten rechnet man in der Praxis mit rund 0,8. Die Formel lautet: kW = kVA × 0,8. Eine 10-kVA-Anlage liefert also etwa 8 kW nutzbare Leistung, eine 20-kVA-Anlage rund 16 kW und eine 60-kVA-Anlage etwa 48 kW.
Dieser Faktor ist kein Detail, sondern der Grund für die häufigste Fehldimensionierung. Wer eine „20-kVA-Maschine" kauft und glaubt, damit 20 kW an Verbrauchern betreiben zu können, hat rund ein Fünftel zu wenig Reserve. Je mehr induktive Lasten – Motoren, Pumpen, Kompressoren, Transformatoren – im Betrieb laufen, desto stärker fällt der Blindleistungsanteil ins Gewicht und desto weiter sinkt der nutzbare kW-Wert.
Abb. 1: Die drei Leistungsklassen im Überblick – von der 10-kVA-Werkstattlösung bis zum 60-kVA-Netzersatz (Quelle: Kipor.org)
Warum Drehstrom (400 V) im Gewerbe Standard ist
Ab der 10-kVA-Klasse arbeitest Du im Gewerbe fast immer mit Drehstrom (400 V), weil größere Motoren, Kompressoren und Maschinen dreiphasig ausgelegt sind. Ein Drehstromaggregat verteilt seine Leistung auf drei Phasen – belastest Du diese ungleich (etwa durch viele einphasige 230-V-Verbraucher auf einer Phase), entsteht eine Schieflast. Die Spannung auf den einzelnen Phasen kann dann schwanken, und pro Phase steht nur ein Drittel der Gesamtleistung zur Verfügung.
Praktisch heißt das: Ein 20-kVA-Aggregat liefert je Phase rund 6,7 kVA. Willst Du daran auch 230-V-Geräte betreiben, müssen diese möglichst gleichmäßig auf die drei Phasen verteilt werden. Reine 230-V-Betriebe ohne Drehstromverbraucher fahren mit einem einphasigen Aggregat oft besser – doch das ist im Gewerbe die Ausnahme.
Pro-Tipp vom Experten: Bevor Du eine Klasse festlegst, geh mit einem Zettel durch den Betrieb und notiere von jedem größeren Verbraucher zwei Werte vom Typenschild: die Nennleistung (kW) und – bei Motoren – den Anlaufstrom (Angabe „IA", „LRA" oder als Vielfaches von IN). Der größte einzelne Anlaufstrom im Betrieb ist die Zahl, die Deine Mindestklasse bestimmt – nicht die Summe aller Nennleistungen.
10 kVA – die Einstiegsklasse fürs Kleingewerbe
Die 10-kVA-Klasse (rund 8 kW nutzbar) ist die Einstiegsgröße fürs Gewerbe und deckt den Bedarf der meisten Kleinbetriebe: eine Werkstatt mit Kompressor und Handmaschinen, ein kleiner Laden mit Kühlung und Kasse, ein Büro mit Server und Beleuchtung oder eine Hofstelle mit Melktechnik und Pumpen. Charakteristisch ist, dass hier meist ein einziger größerer Drehstromverbraucher den Ausschlag gibt – und der bestimmt die Auslegung.
Die praxisnahen Vertreter dieser Klasse aus unserem Sortiment sind Diesel-Inverter mit 230-V- und 400-V-Ausgang. Der FME 8000iD liefert 7,5 kW Dauerleistung (8 kW Spitze), bringt einen integrierten ATS-Eingang mit und eignet sich damit für den festen Notstrombetrieb kleiner Betriebe. Wer etwas mehr Reserve will, findet mit dem FME 10000iD-S ein Modell mit 10,6 kVA (derzeit als Vorbestellung geführt). Für robuste, unkritische Verbraucher – ohne empfindliche Elektronik – ist auch der benzinbetriebene DeWalt DXGNP853E mit 10,6 kVA und 230/400-V-Drehstrom eine wirtschaftliche Baustellen- und Werkstattlösung.
| Leistungsklasse | Nutzbar (≈ kW) | Phasen | Typische Gewerbe-Anwendung |
|---|---|---|---|
| 10 kVA | ≈ 8 kW | 230/400 V | Werkstatt, Laden, Büro, Hofstelle, 1 Drehstrom-Maschine |
| 20 kVA | ≈ 16 kW | 400 V | Maschinenpark, mehrere Gebäude, Foodtruck/Event |
| 60 kVA | ≈ 48 kW | 400 V | Ganzer Betrieb, Produktionslinie, Netzersatzanlage |
Nicht jeder Kleinbetrieb braucht aber gleich 10 kVA. Wenn nur ein einzelner Drehstromverbraucher – eine Pumpe, ein Kompressor, eine Säge – abgesichert werden soll, reicht oft die Stufe darunter. Für solche robusten Anwendungen ist ein AVR-Diesel mit Drehstromausgang die günstige, langlebige Wahl. Wichtig dabei: AVR-Geräte regeln die Spannung mechanisch nach und lassen dabei Schwankungen von bis zu ±10 % zu – für Motoren, Pumpen und Heizstäbe kein Problem, für empfindliche Steuerungselektronik aber zu viel.

FME SP7000D „Same Power" – Diesel-AVR mit 230 V & 400 V
- Rund 5,5 kW Dauerleistung – für einzelne Drehstromverbraucher unter der 10-kVA-Klasse
- 230-V- und 400-V-Ausgang – deckt Pumpen, Kompressoren und Baugeräte ab
- Diesel für Dauerbetrieb – niedriger Verbrauch bei Halblast, 12+ Monate lagerfähiger Kraftstoff
- Robuste AVR-Technik – ideal für unkritische Lasten, nicht für empfindliche Elektronik
- Preis: ab ca. 1.799,95 € – aktuellen Preis im Shop prüfen
20 kVA – die Mittelklasse für Maschinenpark und mehrere Gebäude
Die 20-kVA-Klasse (rund 16 kW nutzbar) ist dann richtig, wenn im Betrieb mehrere Verbraucher gleichzeitig laufen: ein kleiner Maschinenpark, mehrere Gebäude auf einem Hof, ein Foodtruck mit Kühlung und Fritteuse oder eine Eventtechnik mit Licht und Ton. Hier reicht es nicht mehr, einen einzelnen Motor abzusichern – Du musst die Summe der gleichzeitig laufenden Lasten plus den höchsten Anlaufstrom stemmen.
Ehrlich gesagt: Ein Aggregat mit exakt 20,0 kVA gibt es bei uns nicht als Standardprodukt von der Stange – dieser Bereich ist fließend und beginnt beim individuellen Projektgeschäft. Ab Lager decken wir die Mittelklasse bis rund 19 kVA ab. Das leistungsstärkste Modell ist der FME 15000iD mit 19 kVA (15,5 kW), 230- und 400-V-Ausgang und Inverter-Stromqualität – die technisch sauberste Basis für gemischte Gewerbelasten inklusive Steuerungselektronik. Wer keine sensible Elektronik versorgt, fährt mit AVR-Modellen wie dem Hyundai DHY12000XSE-T (12,5 kVA, 400 V) oder dem Gas-/Benzin-Dual-Fuel-Inverter Kompak KGG120Ei-DF (16 kVA, 400 V) günstiger – Letzterer ist wegen der Gasoption bei Foodtrucks und Events beliebt.
Zwischen 16 und 20 kVA verläuft die Grenze, ab der sich die Frage stellt: mobiles Aggregat oder feste Netzersatzanlage? Sobald das Aggregat dauerhaft am selben Ort steht und ganze Verteilungen versorgen soll, lohnt die fest installierte Lösung mit automatischer Umschaltung. Mehr dazu im Abschnitt zu Sicherheit und Anschluss.
Pro-Tipp vom Experten: Plane bei mehreren Motoren nie so, dass alle gleichzeitig anlaufen. In der Praxis staffelt man die Zuschaltung: erst die Grundlast, dann die großen Motoren nacheinander. Das senkt die kurzzeitige Spitzenlast oft um 30–40 % – und Du kommst mit einer Klasse kleiner aus, statt teuer eine Nummer größer kaufen zu müssen.
60 kVA und größer – Netzersatz für den ganzen Betrieb
Ab der 60-kVA-Klasse (rund 48 kW nutzbar) reden wir über echten Netzersatz: die Absicherung eines kompletten Betriebs, einer Produktionslinie oder mehrerer Hallen mit vielen großen Motoren gleichzeitig. Das ist kein Katalogkauf mehr, sondern Projektgeschäft – hier werden Lastprofil, Aufstellort, Abgasführung, Schallschutz, Tankgröße und die Umschalttechnik individuell geplant und ausgelegt.
Solche Anlagen laufen praktisch immer als stationäre, schallgedämpfte Diesel-Aggregate mit automatischer Netzumschaltung (ATS) und werden auf die konkrete Betriebssituation zugeschnitten. In dieser Größenordnung ist die richtige Betriebsart nach Norm entscheidend (dazu unten mehr), und die Installation gehört zwingend in die Hand eines Fachplaners und eines konzessionierten Elektrofachbetriebs. Einen Überblick über die passenden Geräte findest Du in unseren Kollektionen Industriestromerzeuger und Netzersatzanlagen.
Dass diese Klasse für uns Alltag ist, zeigt die Praxis: Kipor.org beliefert Behörden, Kommunen und Hilfsorganisationen bundesweit mit Industrieaggregaten weit jenseits der 20-kVA-Grenze – vom Technischen Hilfswerk über Polizei und Autobahnmeistereien bis zu Landesbetrieben. Für Deinen konkreten Fall gilt aber: Ab dieser Größe gibt es keine pauschale Empfehlung. Lass Dir ein Lastprofil erstellen, statt eine Zahl zu raten – die Beratung dazu ist kostenlos.
So dimensionierst Du richtig: Anlaufstrom, Gleichzeitigkeit, Reserve
Die richtige Leistungsklasse ergibt sich aus vier Schritten: Zuerst addierst Du die Nennleistung aller Verbraucher, die gleichzeitig laufen. Dann rechnest Du den höchsten einzelnen Anlaufstrom obendrauf – Motoren und Kompressoren ziehen beim Direktstart das Drei- bis Sechsfache ihrer Nennleistung. Schließlich planst Du rund 30 % Reserve ein und rechnest das Ganze von kW in kVA um (÷ 0,8). Diese Reserve verhindert, dass das Aggregat dauerhaft am Limit läuft.
Abb. 2: Die vier Rechenschritte zur richtigen Leistungsklasse am Beispiel eines Betriebs mit 9 kW Grundlast und einem 4-kW-Drehstrommotor (Quelle: Kipor.org)
Zwei Faktoren entscheiden am Ende, ob Du eine Klasse hoch oder runter kannst. Der Gleichzeitigkeitsfaktor: Selten laufen wirklich alle Geräte parallel – wer die Zuschaltung staffelt, senkt die Spitzenlast deutlich. Und die Anlaufart des größten Motors: Ein Direktstart reißt die Spitze nach oben, ein Sanftanlauf oder Stern-Dreieck-Anlasser halbiert sie fast. Genau dieselbe Anlaufstrom-Logik gilt übrigens auch bei der Wärmepumpe – wie stark der Kompressorstart ein Aggregat fordert, zeigen wir im Detail im Ratgeber Notstromaggregat für die Wärmepumpe.
Pro-Tipp vom Experten: Wenn ein einzelner Motor Dein Aggregat beim Start immer wieder in die Abschaltung treibt, musst Du nicht zwingend eine ganze Klasse größer kaufen. Ein Anlaufstrombegrenzer oder Softstarter reduziert die Startspitze gezielt – oft die günstigere Lösung, als vom 16-kVA- aufs 20-kVA-Gerät zu wechseln. Rechne beide Varianten durch.
Diesel, Inverter oder AVR – welche Technik für welchen Betrieb
Neben der Leistungsklasse entscheidet die Stromqualität, welche Technik zu Deinem Betrieb passt. Die entscheidende Kennzahl ist der Klirrfaktor (THD): Inverter-Aggregate erzeugen eine reine Sinuswelle mit THD unter 3 % – Pflicht für Steuerungen, Frequenzumrichter, IT und Kassensysteme. AVR-Geräte regeln die Spannung mechanisch nach und lassen Schwankungen bis ±10 % zu – robust und günstig, aber ungeeignet für empfindliche Elektronik. Für Dauerbetrieb ist Diesel meist die erste Wahl, weil er bei Halblast rund 20–30 % weniger verbraucht und der Kraftstoff 12+ Monate lagerfähig ist.
Für die genormte Bewertung der Stromqualität gibt es die Ausführungsklassen G1 bis G4 nach DIN ISO 8528-5. Sie beschreiben, wie stabil ein Aggregat Spannung und Frequenz hält – ein Kriterium, das gerade im Gewerbe über die Eignung für sensible Verbraucher entscheidet:
| Klasse (DIN ISO 8528-5) | Anforderung an Spannung/Frequenz | Typische Verbraucher |
|---|---|---|
| G1 | Gering | Beleuchtung, einfache Heiz- und Antriebstechnik |
| G2 | Etwa wie das öffentliche Netz | Haustechnik, Lüftung, Pumpen, Aufzüge |
| G3 | Hoch, auch an die Kurvenform | Fernmelde- und Regelungstechnik |
| G4 | Höchste Anforderungen | EDV/IT, sensible Elektronik |
Abb. 3: Diesel-Inverter vs. AVR-Diesel – Stromqualität und Einsatzbereich im Gewerbe (Quelle: Kipor.org)
Ein konkretes Beispiel für saubere Inverter-Stromqualität im Diesel-Dauerbetrieb ist der FME XG-SF 5600D Carbon. Er zeigt in kompakter Form, was die größeren Diesel-Inverter der 10- und 20-kVA-Klasse (FME 8000iD, FME 15000iD) technisch auszeichnet – eine reine Sinuswelle, die auch Steuerungselektronik verträgt.

FME XG-SF 5600D Carbon – Diesel-Inverter mit reiner Sinuswelle
- 5.000 W Dauer / 5.500 W Spitze – Diesel-Inverter für anspruchsvolle Haustechnik
- Reine Sinuswelle (THD < 3 %) – schützt Steuerungen, Frequenzumrichter und IT
- Diesel-Effizienz – wirtschaftlicher Dauerbetrieb, lagerstabiler Kraftstoff
- Illustriert die Inverter-Technik der größeren 10-/20-kVA-Modelle im Sortiment
- Preis: ab ca. 2.699,95 € – aktuellen Preis im Shop prüfen
Sicherheit, Anschluss und Norm – was Pflicht ist
Ab der Gewerbegröße wird der sichere Anschluss zur Rechtsfrage: Ein Notstromaggregat darf niemals über eine Steckdose ins Betriebsnetz „rückgespeist" werden. Der Anschluss ans feste Netz erfordert einen Netzumschalter (manuell oder automatisch) und die Installation durch einen konzessionierten Elektrofachbetrieb nach VDE 0100-551. Eigenbauten sind lebensgefährlich, illegal und gefährden auch die Monteure des Netzbetreibers.
Sicherheitshinweis Einspeisung: Die feste Einbindung ins Betriebs- oder Hausnetz ist ausschließlich über einen Netzumschalter durch einen konzessionierten Elektrofachbetrieb zulässig (VDE 0100-551). Eine Rückeinspeisung über Steckdosen ist verboten und kann zu tödlichen Spannungen im vermeintlich abgeschalteten Netz führen.
Für den automatischen Netzersatz sorgt ein ATS (Automatic Transfer Switch): Er erkennt den Netzausfall, startet das Aggregat und schaltet innerhalb von Sekunden um – ideal für Betriebe, in denen niemand rund um die Uhr vor Ort ist. Viele unserer Industrie-Modelle bringen einen ATS-Eingang bereits mit; passende Geräte findest Du in der Kollektion Notstromaggregate mit ATS. Hast Du bereits ein Aggregat und willst nur die automatische Umschaltung nachrüsten, ist die Universelle ATS-Box 63 A die bewährte Lösung – auch sie gehört in die Hand des Elektrofachbetriebs.
Sicherheitshinweis CO: Kohlenmonoxid (CO) ist geruchlos und tödlich. Verbrennungsmotor-Aggregate laufen ausschließlich im Freien, mindestens 5 Meter von Fenstern, Türen und Ansaugöffnungen entfernt. Ein Abgasschlauch hilft bei der Führung, ersetzt aber nicht die Regel „Betrieb im Freien". Für die feste Aufstellung im Gewerbe gehören Abgasführung und Belüftung in die Fachplanung.
Ein letzter Normhinweis zur Auslegung: Notstromaggregate werden nach ihrer Betriebsart klassifiziert (DIN ISO 8528-1). Ein Gerät für den seltenen Notfall wird als „Emergency Standby Power" (ESP) mit begrenzter Jahresstundenzahl ausgelegt, ein Aggregat für den Dauereinsatz auf der Baustelle als „Prime Power" (PRP). Wer ein ESP-Gerät im Dauerbetrieb fährt, überlastet es – deshalb gehört die geplante Einsatzdauer von Anfang an in die Auslegung.
Häufige Fragen zu Notstromaggregaten fürs Gewerbe
Wie viele kVA braucht mein Gewerbe?
Addiere die Nennleistung aller gleichzeitig laufenden Geräte, rechne den höchsten einzelnen Anlaufstrom obendrauf und plane rund 30 % Reserve ein. Das Ergebnis in kW teilst Du durch 0,8, um auf kVA zu kommen. Als grobe Orientierung: Kleingewerbe 10 kVA, Maschinenpark 20 kVA, ganzer Betrieb 60 kVA und mehr.
Was bedeutet kVA im Vergleich zu kW?
kVA ist die Scheinleistung, kW die tatsächlich nutzbare Wirkleistung. Umgerechnet wird über den Leistungsfaktor cos φ, im Gewerbe meist rund 0,8. Eine 20-kVA-Anlage liefert also etwa 16 kW. Je mehr Motoren und Pumpen (induktive Lasten) laufen, desto wichtiger wird dieser Unterschied für die Auslegung.
Reicht ein 20-kVA-Aggregat für einen kleinen Handwerksbetrieb?
Für die meisten Handwerksbetriebe mit einem kleinen Maschinenpark reichen 20 kVA (rund 16 kW) aus – vorausgesetzt, nicht alle großen Motoren laufen gleichzeitig an. Entscheidend ist der Anlaufstrom des größten Verbrauchers. Wer die Zuschaltung staffelt, kommt oft sogar mit der 10- bis 16-kVA-Klasse aus.
Diesel, Benzin oder Gas – was ist fürs Gewerbe richtig?
Für regelmäßigen oder längeren Betrieb ab etwa 5 kW ist Diesel die wirtschaftlichste Wahl: rund 20–30 % weniger Verbrauch bei Halblast und über 12 Monate lagerfähiger Kraftstoff. Gas- oder Dual-Fuel-Aggregate punkten bei Foodtrucks und Events durch saubere Verbrennung und flexible Kraftstoffwahl.
Was ist ein ATS und brauche ich das im Betrieb?
Ein ATS (Automatic Transfer Switch) erkennt den Netzausfall, startet das Aggregat und schaltet innerhalb von Sekunden auf Notstrom um – ohne dass jemand eingreifen muss. Für Betriebe mit Kühlung, Servern oder Produktionsprozessen, die nicht ausfallen dürfen, ist die automatische Umschaltung meist unverzichtbar.
Darf ich das Aggregat selbst ans Betriebsnetz anschließen?
Nein. Die feste Einbindung ins Betriebsnetz erfordert einen Netzumschalter und muss von einem konzessionierten Elektrofachbetrieb nach VDE 0100-551 ausgeführt werden. Eine Rückeinspeisung über Steckdosen ist verboten und lebensgefährlich. Nur so ist sichergestellt, dass Netz und Aggregat sauber getrennt sind.
Fazit: So findest Du die richtige Leistungsklasse
Die richtige Klasse ergibt sich nicht aus dem Bauchgefühl, sondern aus vier Zahlen: Summe der gleichzeitigen Lasten, höchster Anlaufstrom, 30 % Reserve und die Umrechnung von kW auf kVA. Fürs Kleingewerbe reicht meist die 10-kVA-Klasse, für Maschinenpark und mehrere Gebäude die 20-kVA-Klasse, und ab dem Netzersatz für den ganzen Betrieb beginnt mit 60 kVA das Projektgeschäft. Ab Lager decken wir die Klassen bis 19 kVA ab – der FME 15000iD ist hier das Spitzenmodell –, alles darüber planen wir individuell für Dich.
Du bist unsicher, welche Klasse Deinen Betrieb wirklich trägt? Kontaktiere uns für eine persönliche Beratung – wir erstellen Dir ein Lastprofil und berechnen Deinen exakten Leistungsbedarf, statt Dir einfach die größte Zahl zu verkaufen.
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