Auf Datenblättern großer Notstromaggregate taucht sie immer wieder auf: die Ausführungsklasse G1, G2, G3 oder G4. Doch was steckt hinter diesen Stromerzeuger Klassen – und welche brauchst Du wirklich für Haushalt, Baustelle oder Serverraum? Dieser Ratgeber erklärt Dir auf Basis von über 18 Jahren Praxiserfahrung alle vier Klassen der DIN ISO 8528-5 mit konkreten Grenzwerten – und zeigt Dir, worauf es beim Kauf in der Praxis tatsächlich ankommt.
Das Wichtigste in Kürze
- Vier Klassen: Die Stromerzeuger Klassen G1 bis G4 sind in der Norm DIN ISO 8528-5 definiert – sie bewerten, wie stabil Spannung und Frequenz unter Last bleiben.
- Klasse G1: Geringste Anforderungen (statische Spannungsabweichung bis ±5 %) – ausreichend für Beleuchtung und einfache Antriebe.
- Klasse G2: Entspricht weitgehend der Qualität des öffentlichen Netzes (±2,5 %) – geeignet für Haustechnik, Pumpen, Lüfter und Aufzüge.
- Klasse G3: Hohe Anforderungen an Spannung, Frequenz und Kurvenform (±1 %) – für Telekommunikation und empfindliche Elektronik.
- Klasse G4: Strengste Grenzwerte, individuell zwischen Hersteller und Kunde vereinbart – typisch für EDV-Anlagen und Rechenzentren.
- Praxis-Tipp: Bei kleinen Geräten fehlt die Klassenangabe oft – für Haushaltselektronik zählt vor allem eine reine Sinuswelle mit Klirrfaktor (THD) unter 3 %, wie sie Inverter-Stromerzeuger liefern.
- Was sind Stromerzeuger Klassen? Die Norm DIN ISO 8528-5 erklärt
- G1 bis G4 im Überblick: Die Vergleichstabelle
- Klasse G1: Basisstrom für einfache Verbraucher
- Klasse G2: Netzqualität für Haushalt und Haustechnik
- Klasse G3: Stabiler Strom für empfindliche Elektronik
- Klasse G4: Individuelle Grenzwerte für kritische Anwendungen
- G-Klasse vs. Inverter und AVR: Wie passt das zusammen?
- Welche Klasse brauchst Du? Entscheidungshilfe nach Anwendungsfall
- Häufige Fragen zu den Stromerzeuger Klassen G1–G4
- Fazit: Die richtige Klasse schützt Deine Geräte – nicht die größte
Was sind Stromerzeuger Klassen? Die Norm DIN ISO 8528-5 erklärt
Die Stromerzeuger Klassen G1, G2, G3 und G4 sind in der Norm DIN ISO 8528-5 definiert und bewerten, wie stabil ein Stromerzeugungsaggregat Spannung und Frequenz hält – im Dauerbetrieb genauso wie bei plötzlichen Lastwechseln. Je höher die Klasse, desto enger die erlaubten Toleranzen: Ein G1-Aggregat darf die Spannung statisch um bis zu ±5 % abweichen lassen, ein G3-Aggregat nur noch um ±1 %.
Wichtig zum Verständnis: Die Norm bewertet immer das Gesamtaggregat – also das Zusammenspiel aus Verbrennungsmotor, Generator, Spannungsregler und Steuerung. Hersteller wie Caterpillar oder Kohler testen ihre Aggregate dafür mit definierten Laststufen, denn gerade beim plötzlichen Zuschalten großer Verbraucher bricht die Frequenz kurzzeitig ein. Wie stark – und wie schnell sich das Aggregat erholt – entscheidet über die Klasse. Eine gute technische Vertiefung bieten die Whitepaper von Caterpillar und Kohler zur ISO 8528-5.
Für Dich als Käufer ist die Klassifizierung eine Übersetzungshilfe: Sie sagt Dir, welche Stromqualität Deine Verbraucher mindestens brauchen – von der simplen Baustellenlampe (G1) bis zur Serveranlage (G4). Die Norm selbst empfiehlt übrigens ausdrücklich, die niedrigste Klasse zu wählen, die Deine Anforderungen erfüllt. Mehr Klasse bedeutet mehr Regelaufwand und damit mehr Kosten – ohne Nutzen, wenn Deine Geräte sie gar nicht benötigen.
Warum die Klasse etwas anderes misst als die Watt-Zahl
Die Watt-Angabe beschreibt, wie viel Leistung ein Stromerzeuger liefert – die Ausführungsklasse beschreibt, wie sauber und stabil er sie liefert. Beides sind getrennte Fragen: Ein 8.000-W-Aggregat kann grob regeln, ein 2.300-W-Inverter sehr fein. Für die Dimensionierung bleibt die bekannte Regel entscheidend: Geräte mit Motor oder Kompressor ziehen beim Start das 3- bis 6-fache ihrer Nennleistung – der Anlaufstrom bestimmt die Mindestgröße. Wie Du Deinen Leistungsbedarf konkret berechnest, zeigt Dir unser Ratgeber Stromerzeuger für den Hausgebrauch.
In der Beratung erleben wir seit 2007 immer wieder dieselbe Verwechslung: Kunden suchen ein "G3-Gerät", meinen aber eigentlich sauberen Strom für ihre Elektronik. Beide Themen hängen zusammen, sind aber nicht identisch – dazu später mehr im Abschnitt G-Klasse vs. Inverter und AVR.
G1 bis G4 im Überblick: Die Vergleichstabelle
Die vier Ausführungsklassen unterscheiden sich in den zulässigen Grenzwerten für Spannungs- und Frequenzverhalten: G1 erlaubt die größten Abweichungen, G3 die kleinsten fest definierten – und bei G4 vereinbaren Hersteller und Kunde die Grenzwerte individuell. Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten statischen Grenzwerte aus Tabelle 4 der DIN ISO 8528-5 im direkten Vergleich.
| Kriterium | G1 | G2 | G3 | G4 |
|---|---|---|---|---|
| Spannungsabweichung (statisch) | ≤ ±5 % | ≤ ±2,5 % | ≤ ±1 % | individuell (AMC) |
| Frequenzband (statisch) | ≤ 2,5 % | ≤ 1,5 % | ≤ 0,5 % | individuell (AMC) |
| Frequenz-Erholzeit nach Lastwechsel | ≤ 10 s | ≤ 5 s | ≤ 3 s | individuell (AMC) |
| Anforderung an die Kurvenform | gering | mittel | hoch | höchste |
| Typische Anwendung | Beleuchtung, einfache Antriebe | Haustechnik, Pumpen, Lüfter, Aufzüge | Telekommunikation, empfindliche Geräte | EDV-Anlagen, Rechenzentren |
Grenzwerte gemäß DIN ISO 8528-5, Tabelle 4. AMC = Vereinbarung zwischen Hersteller und Kunde ("agreement between manufacturer and customer").
Abb. 1: Die vier Ausführungsklassen G1–G4 mit typischen Einsatzbereichen (Quelle: DIN ISO 8528-5 / Kipor.org)
Klasse G1: Basisstrom für einfache Verbraucher
Die Ausführungsklasse G1 stellt die geringsten Anforderungen an das Spannungs- und Frequenzverhalten: Statisch sind bis zu ±5 % Spannungsabweichung und ein Frequenzband von 2,5 % zulässig, nach einem Lastwechsel darf die Frequenz-Erholung bis zu 10 Sekunden dauern. Diese Klasse genügt für Verbraucher, denen nur die grundlegenden elektrischen Parameter genannt werden müssen – also Beleuchtung und einfache elektrische Antriebe.
In der Praxis heißt das: Halogenstrahler, Heizlüfter mit simpler Elektrik oder ein robuster Rührwerksmotor laufen mit G1-Strom problemlos. Eine Glühlampe interessiert es schlicht nicht, ob die Spannung zwischen 218 V und 242 V pendelt – sie leuchtet dann minimal heller oder dunkler. Für jede Form von Steuerungselektronik ist dieses Toleranzfenster dagegen zu grob, denn empfindliche Netzteile quittieren wiederholte Spannungsspitzen langfristig mit Defekten.
Auf dem deutschen Markt begegnet Dir die explizite G1-Angabe selten, weil sie vor allem in Ausschreibungen und Projektierungen großer Aggregate eine Rolle spielt. Bei kompakten Geräten unter etwa 5 kW verzichten viele Hersteller komplett auf die Klassenangabe – ein Punkt, der für Deine Kaufentscheidung wichtig wird (mehr dazu im Abschnitt Stromqualität erkennen).
Klasse G2: Netzqualität für Haushalt und Haustechnik
Die Klasse G2 fordert ein Spannungs- und Frequenzverhalten, das weitgehend der Qualität des öffentlichen Stromnetzes entspricht: maximal ±2,5 % statische Spannungsabweichung, ein Frequenzband von 1,5 % und eine Frequenz-Erholzeit von höchstens 5 Sekunden nach Lastwechseln. Typische Einsatzbereiche laut Norm sind haustechnische Einrichtungen, Pumpen, Lüfter und Aufzüge.
Damit ist G2 die Referenzklasse für den klassischen Hausnotstrom: Wenn Dein Aggregat dieses Niveau hält, bekommen Heizungspumpe, Kühlschrank und Beleuchtung Strom in einer Qualität, die sie aus der Steckdose gewohnt sind. Kurzzeitige, tolerierbare Abweichungen bei Lastwechseln sind ausdrücklich erlaubt – etwa wenn der Kühlschrankkompressor anläuft und kurzzeitig das 3- bis 6-fache seiner Nennleistung zieht.
Für die Grundversorgung eines Einfamilienhauses reichen erfahrungsgemäß 2.000–3.500 W Dauerleistung – entscheidend ist neben der Leistung aber die Stromqualität für die Heizungssteuerung. Ein Inverter-Modell wie der FME XG-SF 4000ER liefert hier beides: genug Reserve und eine reine Sinuswelle, die die G2-Anforderung an Haushaltsverbraucher in der Praxis deutlich übertrifft.

FME XG-SF 4000ER – Inverter mit Funkfernbedienung
- 3.600 W Nenn- / 3.800 W Maximalleistung – deckt Kühlschrank, Heizung, Router und TV gleichzeitig
- Reine Sinuswelle mit THD < 3 % – sicher für Heizungssteuerung und Smart Home
- Unter 55 dB(A) bei 7 m – etwa so laut wie ein normales Gespräch, wohngebietstauglich
- E-Start + Funk-Fernbedienung und bis zu 14 h Laufzeit – starten, ohne rauszugehen
- Preis: ca. 1.049,95 € – Mittelklasse mit Komfortausstattung (aktuellen Preis im Shop prüfen)
Pro-Tipp vom Experten: Du findest die Ausführungsklasse nicht auf dem Typenschild? Such im Datenblatt nach "ISO 8528" – bei größeren Aggregaten steht dort die Klassenangabe, oft je Laststufe. Bei kompakten Geräten gibt es diese Angabe meist nicht. Dann ist der Klirrfaktor (THD) Deine verlässlichste Kennzahl: Ein Wert unter 3 % bedeutet saubere Sinuswelle – das ist die Eigenschaft, auf die es bei Haushaltselektronik wirklich ankommt.
Klasse G3: Stabiler Strom für empfindliche Elektronik
Die Klasse G3 stellt hohe Anforderungen an Spannung, Frequenz und Kurvenform: Statisch sind nur noch ±1 % Spannungsabweichung und ein Frequenzband von 0,5 % erlaubt, die Frequenz muss sich nach Lastwechseln innerhalb von 3 Sekunden erholen. Die Norm nennt als typischen Einsatzbereich Fernmelde- und Telekommunikationseinrichtungen – also Technik, die auf eine besonders stabile Versorgung angewiesen ist.
Weil moderne Verbraucher wie USV-Anlagen, Frequenzumrichter und Steuerungselektronik immer empfindlicher auf Spannungs- und Frequenzabweichungen reagieren, werden in gewerblichen Ausschreibungen zunehmend G3-Aggregate spezifiziert – das bestätigt auch Caterpillar in seinem Whitepaper zur ISO 8528-5. Für Dich relevant: Sobald in Deinem Haus eine Wärmepumpe mit Invertersteuerung, eine PV-Anlage mit Hybridwechselrichter oder eine Telefonanlage am Notstrom hängen soll, bewegst Du Dich faktisch im Anforderungsbereich dieser Klasse.
Abb. 2: Statische Spannungs- und Frequenztoleranzen der Klassen G1–G4 (Quelle: DIN ISO 8528-5, Tabelle 4)
Für anspruchsvolle Haustechnik im Dauerbetrieb hat sich bei uns der Diesel-Inverter als zuverlässigste Lösung erwiesen: Er kombiniert die Inverter-typische Stromqualität (THD < 3 %) mit der Effizienz des Dieselmotors, der bei Halblast etwa 20–30 % weniger Kraftstoff verbraucht als ein vergleichbarer Benziner. Welche Anforderungen speziell Wärmepumpen stellen, liest Du im Detail in unserem Ratgeber Notstromaggregat für Wärmepumpe.

FME XG-SF 5600D Carbon – Diesel-Inverter
- 5.000 W Nenn- / 5.500 W Maximalleistung – Reserve für Wärmepumpe und Haustechnik
- Inverter-Stromqualität – saubere Sinuswelle für empfindliche Steuerungselektronik
- Dieselmotor – ca. 20–30 % weniger Verbrauch bei Halblast, auf Dauerbetrieb ausgelegt
- Diesel 12+ Monate lagerfähig – Benzin altert dagegen schon nach 3–6 Monaten
- Preis: ca. 2.699,95 € – unser meistgefragtes Diesel-Modell (aktuellen Preis im Shop prüfen)
Klasse G4: Individuelle Grenzwerte für kritische Anwendungen
Die Klasse G4 ist die höchste Ausführungsklasse – mit einer Besonderheit: Ihre Grenzwerte sind in der Norm nicht fest definiert, sondern werden zwischen Hersteller und Kunde individuell vereinbart (in der Normtabelle als "AMC" gekennzeichnet, "agreement between manufacturer and customer"). Typische Anwendungen sind EDV-Anlagen, Rechenzentren und andere Systeme mit besonders strengen Anforderungen an Frequenz, Spannung und Kurvenform.
Der Grund für diese Konstruktion ist praktisch: Kritische Anlagen haben so unterschiedliche Lastprofile, dass eine pauschale vierte Grenzwertstufe wenig nützen würde. Stattdessen definiert der Betreiber – etwa eines Rechenzentrums – seine exakten Anforderungen, und der Aggregatehersteller weist deren Einhaltung nach. Caterpillar weist zudem darauf hin, dass G4 auch immer dann greift, wenn ein Projekt eigene Laststufen definiert, die von den genormten Stufen der ISO 8528-5 abweichen.
Für Privatkunden ist G4 praktisch nie relevant. Wenn Du allerdings gewerblich planst – etwa eine Netzersatzanlage für Produktion oder Serverraum mit Drehstrom-Dauerbetrieb – kommst Du in den Bereich projektierter Anlagen. Einen Überblick über Aggregate ab 8 kW mit 400-V-Drehstrom und ATS-Option findest Du in unserer Kategorie Industriestromerzeuger; für die konkrete Auslegung beraten wir Dich persönlich – wir berechnen Deinen exakten Leistungsbedarf inklusive Anlaufströmen.
G-Klasse vs. Inverter und AVR: Wie passt das zusammen?
Ausführungsklasse und Generator-Technologie beschreiben zwei verschiedene Ebenen: Die G-Klasse ist das genormte Bewertungsergebnis des Gesamtaggregats, die Technologie (Inverter, AVR, SVR) ist das Mittel, mit dem ein Hersteller Spannungsstabilität und Kurvenform erreicht. Ein Inverter erzeugt eine reine Sinuswelle mit einem Klirrfaktor (THD) unter 3 % – ein AVR-Generator regelt nur die Spannungshöhe nach und lässt Schwankungen von bis zu ±10 % zu.
Daraus folgt die wichtigste Praxis-Übersetzung dieses Artikels: Die Anforderungen, die die Norm mit G3 an Kurvenform und Stabilität stellt, erfüllst Du im Klein- und Mittelleistungsbereich am zuverlässigsten mit einem Inverter-Stromerzeuger. Ein AVR-Stromerzeuger deckt dagegen das Anforderungsprofil robuster G1/G2-Verbraucher ab – und ist dafür spürbar günstiger. Ehrlich gesagt: Für eine Baustelle mit Winkelschleifer und Pumpe wäre ein teurer Inverter rausgeworfenes Geld.
„In 18 Jahren hat mich noch kein Privatkunde nach der Ausführungsklasse gefragt – aber fast jeder nach ‚sauberem Strom'. Genau das regelt die Norm im Hintergrund. Mein Rat: Bei kleinen Geräten steht selten ein G-Stempel im Datenblatt. Schau stattdessen auf den Klirrfaktor: THD unter 3 % heißt, Deine Heizungssteuerung, Dein Router und Dein Laptop sind auf der sicheren Seite."
– Alexander Harlinghausen, Geschäftsführer Kipor.org GmbH, 18+ Jahre Erfahrung im Bereich Stromerzeuger
Abb. 3: Zuordnung typischer Verbraucher zu AVR- und Inverter-Stromqualität (Quelle: Kipor.org)
Woran Du saubere Stromqualität beim Kauf wirklich erkennst
Beim Kauf eines Stromerzeugers unter etwa 5 kW prüfst Du die Stromqualität an drei konkreten Stellen: erstens an der Technologie-Angabe (Inverter = reine Sinuswelle, AVR = nur Spannungsregelung), zweitens am Klirrfaktor (THD < 3 % ist der Maßstab für empfindliche Elektronik) und drittens – bei größeren Aggregaten – an der ISO-8528-Klassenangabe im Datenblatt. Fehlen alle drei Angaben, ist das selbst schon ein Warnsignal.
Ein verbreiteter Trugschluss: "Markengerät = saubere Spannung". Tatsächlich ist ein konventioneller AVR-Generator auch vom Markenhersteller technisch nicht in der Lage, die Kurvenform zu glätten – seine ±10 % Spannungsschwankung sind konstruktionsbedingt. Das macht ihn nicht schlecht, sondern zum Spezialisten für robuste Verbraucher. Modelle wie der FME SP7000D spielen genau diese Stärke aus.

FME SP7000D Same Power – AVR-Diesel mit Drehstrom
- Ca. 5.500 W Leistung – genug Reserve für Pumpen, Kompressoren und Baumaschinen
- 230 V und 400 V Drehstrom – auch für dreiphasige Verbraucher auf der Baustelle
- Robuster Dieselmotor – auf Dauerbetrieb und raue Einsätze ausgelegt
- AVR-Technologie – ideal für robuste Verbraucher; wegen Spannungsschwankungen bis ±10 % nicht für empfindliche Elektronik geeignet
- Preis: ca. 1.799,95 € – deutlich günstiger als vergleichbare Diesel-Inverter (aktuellen Preis im Shop prüfen)
Welche Klasse brauchst Du? Entscheidungshilfe nach Anwendungsfall
Für die meisten Anwendungsfälle lässt sich die passende Stromqualität klar zuordnen: Baustelle und robuste Technik kommen mit dem G1/G2-Profil eines AVR-Generators aus, Haushalt und Homeoffice brauchen Inverter-Qualität auf G2/G3-Niveau, und kritische gewerbliche Anlagen werden als G3- oder G4-Projekt individuell ausgelegt. Die folgende Zuordnung fasst unsere Beratungspraxis seit 2007 zusammen.
Schnell-Zuordnung: Anwendungsfall → Stromqualität
| Anwendungsfall | Anforderungsprofil | Passende Lösung |
|---|---|---|
| Baustelle, Pumpen, Werkzeug | G1/G2 – robuste Verbraucher | AVR-Generator, z. B. FME SP7000D (ca. 5.500 W, 230/400 V) |
| Hausnotstrom Grundversorgung | G2-Niveau + saubere Sinuswelle | Inverter 2.700–3.800 W, z. B. FME XG-SF 4000ER |
| Wärmepumpe & anspruchsvolle Haustechnik | G3-Anforderungsprofil, Dauerbetrieb | Diesel-Inverter ab 5.000 W, z. B. FME XG-SF 5600D Carbon |
| Gewerbe, Serverraum, Netzersatz | G3/G4 – projektiert mit ATS | Diesel-Inverter 8–19 kW aus der Kategorie Industriestromerzeuger |
Beachte dabei die Dimensionierungs-Grundregel, die unabhängig von der Klasse gilt: Addiere die Nennleistung aller gleichzeitig laufenden Geräte, rechne den höchsten Anlaufstrom dazu und plane 30 % Reserve ein. Ein Kühlschrank mit 150 W Nennleistung zieht beim Anlaufen kurzzeitig bis zu 900 W – bei einer Wärmepumpe ohne Soft-Start kann der Kompressorstart das 3- bis 5-fache der Nennleistung erreichen.
Pro-Tipp vom Experten: Die Ausführungsklasse sagt nichts über die nötige Größe Deines Aggregats. Prüfe vor dem Kauf das Typenschild Deines größten Motors oder Kompressors: Dort findest Du den Anlaufstrom (Angabe "In" oder "LRA" in Ampere). Multipliziere ihn mit 230 V – Beispiel: 35 A × 230 V = 8.050 W. Das ist Deine Mindestanforderung an die Spitzenleistung, egal welche Klasse das Gerät erfüllt.
Sicherheitshinweis: Egal welche Klasse: Betreibe einen Stromerzeuger ausschließlich im Freien, mindestens 5 Meter von Fenstern, Türen und Lüftungsöffnungen entfernt – Kohlenmonoxid (CO) ist geruchlos und tödlich. Und wenn das Aggregat ins Hausnetz einspeisen soll, ist ein Netzumschalter Pflicht, installiert durch einen konzessionierten Elektriker nach VDE 0100-551. Eigenbau-Einspeisungen sind lebensgefährlich und illegal.
Häufige Fragen zu den Stromerzeuger Klassen G1–G4
Steht die Ausführungsklasse auf dem Typenschild eines Stromerzeugers?
Meist nicht. Die Klassenangabe nach ISO 8528-5 findest Du – wenn überhaupt – im technischen Datenblatt, vor allem bei größeren Aggregaten ab etwa 5 kW. Kompakte tragbare Geräte werden häufig ohne Klassenangabe verkauft. Such im Datenblatt nach "ISO 8528" oder orientiere Dich am Klirrfaktor (THD).
Welche Klasse haben typische Baumarkt-Generatoren?
Die meisten günstigen Kompaktgeräte tragen gar keine offizielle Klassenangabe. Konventionelle AVR-Geräte bewegen sich mit Spannungsschwankungen bis ±10 % typischerweise auf dem Anforderungsniveau einfacher Verbraucher (G1/G2-Profil). Für empfindliche Elektronik ist nicht das Preisschild entscheidend, sondern die Inverter-Technologie mit reiner Sinuswelle.
Was bedeutet "AMC" bei Klasse G4?
AMC steht für "agreement between manufacturer and customer" – Vereinbarung zwischen Hersteller und Kunde. Bei Klasse G4 legt die Norm DIN ISO 8528-5 keine festen Grenzwerte fest; stattdessen definiert der Betreiber einer kritischen Anlage (z. B. eines Rechenzentrums) seine Anforderungen selbst, und der Hersteller weist deren Einhaltung nach.
Reicht Klasse G2 für mein Homeoffice mit PC und Router?
G2 beschreibt eine Stromqualität, die weitgehend dem öffentlichen Netz entspricht – das genügt rechnerisch. In der Praxis solltest Du für PC, Router und Monitore aber auf die Kurvenform achten: Ein Inverter-Stromerzeuger mit reiner Sinuswelle und THD unter 3 % ist die sichere Wahl für Netzteile und empfindliche Elektronik.
Gilt die ISO 8528-5 auch für Powerstations?
Nein. Die Norm gilt für Stromerzeugungsaggregate mit Verbrennungsmotor. Powerstations sind Batteriespeicher mit elektronischem Wechselrichter – sie erzeugen konstruktionsbedingt eine reine Sinuswelle und arbeiten abgasfrei, dürfen also auch in Innenräumen laufen. Für die Bewertung zählen dort Kapazität (Wh) und maximale Ausgangsleistung (W).
Ist ein Inverter-Stromerzeuger automatisch Klasse G3?
Nicht automatisch. Die Ausführungsklasse bewertet das Gesamtaggregat inklusive Lastwechselverhalten und wird vom Hersteller je Modell nachgewiesen. Ein Inverter erfüllt aber die Kernanforderung, die hinter G3 steht: eine stabile, saubere Kurvenform mit Klirrfaktor unter 3 % – genau das, was empfindliche Elektronik braucht.
Fazit: Die richtige Klasse schützt Deine Geräte – nicht die größte
Die Stromerzeuger Klassen G1 bis G4 der DIN ISO 8528-5 übersetzen eine komplexe Frage in vier klare Stufen: Wie stabil müssen Spannung und Frequenz für Deine Verbraucher sein? Für Beleuchtung und Werkzeug reicht das G1/G2-Profil eines günstigen AVR-Generators, für Haushalt und Homeoffice ist Inverter-Qualität mit THD unter 3 % die richtige Wahl, und für Wärmepumpe oder Gewerbe führt der Weg zum Diesel-Inverter ab 5.000 W. Die Norm selbst sagt es am klarsten: Wähle die niedrigste Klasse, die Deine Anforderungen erfüllt – alles darüber kostet Geld ohne Mehrwert.
Stöbere durch unsere komplette Stromerzeuger-Kollektion – vom 18-kg-Inverter bis zur 19-kW-Netzersatzanlage. Du bist unsicher, welche Stromqualität Deine Geräte wirklich brauchen? Kontaktiere uns für eine persönliche Beratung – wir berechnen Deinen exakten Leistungsbedarf inklusive Anlaufströmen.
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