Wärmepumpe am Notstrom anschließen: Anleitung & VDE-Normen (Teil 2)

Teil 2: Installation & Technik – Wärmepumpe an Notstrom anschließen

Im ersten Teil unserer Serie haben wir geklärt, warum deine Wärmepumpe bei Stromausfall besonderen Schutz benötigt und welche Risiken (Stichwort: Frostschäden und R290) drohen. Jetzt gehen wir ans Eingemachte: die technische Umsetzung. Ein Notstromaggregat einfach per Kabeltrommel anzuschließen, funktioniert bei einer fest installierten Heizung nicht – und wäre lebensgefährlich.

Das Wichtigste in Kürze

  • Anlaufstrom: Moderne Inverter-Wärmepumpen benötigen sauberen Strom (THD < 3%) – alte On/Off-Anlagen das 5-10-fache der Nennleistung beim Start
  • Netzformen: IT-Netz des Generators muss VDE-konform zu TN-Netz umgewandelt werden – FI-Schutzschalter funktionieren sonst nicht
  • Installation: Netzumschalter (I-0-II) trennt physisch vom öffentlichen Netz – verhindert gefährliche Rückeinspeisung
  • Praxistipp: Elektrischen Heizstab (3-9 kW) im Notstrombetrieb deaktivieren – spart massive Generatorleistung
  • Qualität: Inverter-Generatoren liefern Netzqualität und sparen im Eco-Modus bis zu 40% Kraftstoff

Der kritische Moment: Anlaufstrom und Inverter-Technik verstehen

Um den richtigen Generator von Kipor auszuwählen, musst du wissen, was in den ersten Millisekunden passiert, wenn deine Heizung anspringt. Die Physik unterscheidet hier massiv zwischen alten und neuen Anlagen.

Moderne Inverter-Wärmepumpen (Sanftanlauf)

Hast du eine moderne Anlage (z. B. von Herstellern wie Viessmann, Bosch oder Daikin), hast du oft Glück. Diese Geräte nutzen meist Inverter-Technologie. Sie starten nicht schlagartig ("0 auf 100"), sondern fahren über eine Rampe sanft hoch. Der Anlaufstrom ist oft kaum höher als der Nennstrom.

Die Herausforderung hier: Diese Geräte sind Computer mit Kompressor. Sie benötigen extrem sauberen Strom (reine Sinuswelle). Ein einfacher Generator mit hoher "Harmonischer Verzerrung" (THD > 5-10 %) kann die Steuerplatine beschädigen oder dazu führen, dass die Anlage auf Störung geht. Hier ist ein Inverter-Stromerzeuger von Kipor Pflicht, da er Netzqualität liefert.

Ältere On/Off-Anlagen (Direktstart)

Ältere Modelle arbeiten oft noch mit Asynchronmotoren, die direkt gestartet werden (Direct On Line). Im Moment des Einschaltens wirkt der Motor fast wie ein Kurzschluss. Er zieht kurzzeitig das 5- bis 10-fache seines Nennstroms.

Die Herausforderung hier: Ein 2-kW Kompressor kann beim Start plötzlich 10 kW fordern. Ist der Generator zu schwach, bricht die Spannung ein und der Motor "verhungert" oder die Sicherung fliegt. Für solche Härtefälle benötigst du entweder massive Leistungsreserven oder wir empfehlen die Nachrüstung eines "Softstarters", der den Anlaufstrom begrenzt.

Sicherheit geht vor: IT-Netz vs. TN-Netz

Das ist der Punkt, an dem viele Do-it-Yourself-Lösungen scheitern. Dein Hausnetz und ein mobiles Notstromaggregat sprechen ab Werk elektrotechnisch zwei verschiedene Sprachen.

  • Der Generator (IT-Netz): Mobile Stromerzeuger sind meist als "IT-Netz" gebaut (Isolé Terre). Das ist für die Baustelle super, denn man bekommt keinen Schlag, wenn man versehentlich an ein Kabel kommt. Es gibt keine Verbindung zur Erde.
  • Dein Haus (TN-Netz): Deine Hausinstallation verlässt sich darauf, dass der Strom im Fehlerfall zur Erde abfließt, damit der FI-Schalter (RCD) auslöst und dein Leben rettet.

Das Problem: Speist du ein ungeerdetes Generator-Netz einfach in dein Haus ein, funktionieren deine FI-Schutzschalter nicht mehr zuverlässig. Im schlimmsten Fall (Doppelfehler) steht das Gehäuse deiner Wärmepumpe unter Strom, und keine Sicherung löst aus.

Die Lösung: VDE-konforme Einspeisung

Um dein Haus sicher zu versorgen, muss der Elektriker bei der Installation der Einspeisesteckdose eine definierte Brücke setzen und das System erden. Damit wird aus dem mobilen IT-Netz temporär ein TN-Netz, und deine Schutzeinrichtungen im Haus funktionieren wieder wie gewohnt. Das schreibt auch die Norm VDE 0100-551 vor. Vertraue hier auf deinen Elektrofachbetrieb – wir bei Kipor liefern die passende Technik dafür.

Checkliste: So gelingt die Installation

Damit im Ernstfall alles glatt läuft, solltest du dieses Projekt strukturiert angehen. Alexander und Tizian Harlinghausen empfehlen folgendes Vorgehen für maximale Unabhängigkeit:

1. Lastprofil ermitteln

Schau auf das Typenschild deiner Wärmepumpe. Wichtig ist die "Maximalleistung" (Verdichter + Lüfter + Pumpen). Wichtiger Tipp: Deaktiviere für den Notstrombetrieb den elektrischen Heizstab (oft 3 bis 9 kW)! Dieser würde fast jeden Generator überfordern und ist im Notfall ein unnötiger "Luxus-Verbraucher".

2. Den richtigen Generator wählen

Wir bei Kipor setzen auf Inverter-Technologie. Warum? Weil sie beide Welten vereint:

  • Sauberer Strom: Unsere Inverter liefern eine perfekte Sinusspannung (THD < 3 %), die oft besser ist als im öffentlichen Netz. Deine Heizungssteuerung bleibt sicher.
  • Eco-Modus: Wenn die Wärmepumpe gerade nur wenig Strom benötigt (Teillast), regelt der Motor runter. Das spart Sprit und schont die Nerven der Nachbarn – wichtig bei tagelangem Betrieb.
🔄 Automatische Notstromumschaltung mit ATS
FME 8000iD Diesel Inverter mit ATS

FME 8000iD Diesel Inverter

  • 8.000 W Dauerleistung – Ideal für durchschnittliche Wärmepumpen im Einfamilienhaus
  • 230V + 400V gleichzeitig – Versorgt einphasige und dreiphasige Geräte parallel
  • ATS-Eingang integriert – Automatische Umschaltung bei Stromausfall möglich
  • Reine Sinuswelle (THD < 3%) – Schützt empfindliche Wärmepumpen-Elektronik
  • Diesel-Betrieb – Längere Laufzeiten und günstiger im Dauerbetrieb
Jetzt ansehen

3. Die Einspeisung installieren lassen

Beauftrage einen Elektriker mit der Installation eines manuellen Netzumschalters (I-0-II-Schalter). Dieser trennt dein Haus physisch vom öffentlichen Netz, bevor der Generator zugeschaltet wird ("Break-before-make"). Das verhindert eine gefährliche Rückeinspeisung ins Netz, die Wartungstechniker gefährden würde.

4. Der Real-Test

Theorie ist gut, Praxis ist besser. Teste den Ernstfall, wenn alles installiert ist:

  1. Hauptschalter aus (Netztrennung).
  2. Sicherung für den Heizstab raus.
  3. Kipor-Generator starten und verbinden.
  4. Umschalter auf "Notstrom".
  5. Beobachten: Fährt die Wärmepumpe sauber hoch? Bleibt die Spannung stabil?

Fazit: Echte Resilienz braucht Profi-Material

Die autarke Versorgung einer Wärmepumpe ist technisch absolut machbar und eine sinnvolle Investition in den Werterhalt deines Hauses. Aber: Es ist kein Projekt für Bastellösungen. Die Kombination aus sensibler Steuerelektronik und hohen Sicherheitsanforderungen verlangt nach einem Stromerzeuger, der nicht nur "Strom macht", sondern eine stabile Netzqualität liefert.

Genau dafür haben wir unsere Kipor-Aggregate entwickelt: Um dir die Sicherheit zu geben, dass im Notfall nicht nur das Licht brennt, sondern auch das Haus warm bleibt – ohne Risiko für deine Technik. Mach dich unabhängig.

Zurück zu Teil 1: Das richtige Notstromaggregat für deine Wärmepumpe auswählen


Quellen und Weiterführende Informationen

Für technische Details und Normen verweisen wir auf folgende Fachquellen:

Kommentare
Hinterlasse einen Kommentar
Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *