Diesel Stromerzeuger mit Speiseöl starten - Geht das?

Die Kurzantwort: Ja, es funktioniert!

Kann man einen Diesel Stromerzeuger mit Speiseöl (Rapsöl, Sonnenblumenöl) betreiben? 
Ja! Unser Praxistest beweist: Mit dem richtigen Generator und der korrekten Vorgehensweise läuft ein Dieselgenerator problemlos mit Pflanzenöl. Wir räumen heute mit den Mythen auf und zeigen dir, wie es richtig geht.


Die wichtigste Erkenntnis: 
Bei relativ einfach gehaltenen Notstromaggregaten – die ja gerade in Notzeiten laufen sollen – funktioniert Pflanzenöl einwandfrei. Besonders geeignet sind Generatoren wie unser FME SP7000D mit mechanischer Einspritzpumpe und Vorwärmeinheit.


Noch einfacher und günstiger? 
Betreibe deinen Diesel-Generator mit steuerbegünstigtem Heizöl – 40% Ersparnis gegenüber Diesel, ohne die Extra-Schritte beim Pflanzenöl.


In diesem Artikel erfährst du:

  • - Wie unser Praxistest mit Rapsöl im FME SP7000D verlief
  • - Die 5 goldenen Regeln für sicheren Pflanzenöl-Betrieb
  • - Welche Generatoren dafür geeignet sind (und welche nicht)
  • - Warum Heizöl die noch einfachere Alternative ist
  • - Rechtliche Situation in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Warum Pflanzenöl als Diesel-Alternative immer beliebter wird

Die Gründe, warum immer mehr Menschen Pflanzenöl als alternative Kraftstoffquelle entdecken, sind vielfältig – und absolut nachvollziehbar:


Krisenvorsorge und Autarkie: In Zeiten steigender Blackout-Wahrscheinlichkeit wollen viele Menschen unabhängig sein. Die Möglichkeit, im Notfall auf Speiseöl oder selbst gepresstes Rapsöl zurückgreifen zu können, ist ein echter Vorteil. Während Dieseltankstellen im Krisenfall schnell leer sein können, ist Pflanzenöl oft noch verfügbar.


Kostenersparnis bei eigener Ölpresse: Landwirte und Selbstversorger mit eigener Ölpresse können Rapsöl für unter 50 Cent pro Liter herstellen – ein unschlagbarer Preis. Auch Gastronomen mit Zugang zu Altspeiseöl (nach Filterung) profitieren massiv.


Umweltaspekte: Pflanzenöl gilt als CO2-neutral und nachwachsend. Wer regional angebauten Raps nutzt, hat eine deutlich bessere Umweltbilanz als mit importiertem Diesel.


Verfügbarkeit: In Krisenzeiten könnte Diesel rationiert oder knapp werden, während Pflanzenöl aus landwirtschaftlicher Produktion oft noch verfügbar ist.


Die gute Nachricht: Die Mythen stimmen nicht! Unser Praxistest zeigt, dass Pflanzenöl in geeigneten Generatoren funktioniert – wenn man es richtig macht.

Unser Praxistest: FME SP7000D mit Rapsöl im Einsatz

Um die Frage ein für alle Mal zu klären, haben wir bei Kipor.org einen ausführlichen Praxistest durchgeführt. Das Ergebnis kannst du in diesem Video sehen:

Was wir getestet haben:


  1. 1. Generator: FME SP7000D (6,5 kW Diesel-Notstromaggregat)
  2. 2. Kraftstoff: Handelsübliches Rapsöl aus dem Supermarkt
  3. 3. Vorgehensweise

    - Kaltstart mit kleiner Menge Diesel
    - Befüllung mit 1 Liter Rapsöl
    - Belastung mit 7,9 kW (über Nennleistung)
    - Dauerlauf über mehrere Stunden
    - Kaltstart-Test am Folgetag mit Pflanzenöl im System

Das Ergebnis: Mythos widerlegt!


Es funktioniert einwandfrei! Der SP7000D lief problemlos mit Rapsöl, sogar bei Überlast von 7,9 kW. Die Leistung war stabil, die Rauchentwicklung normal, und der Generator arbeitete zuverlässig über mehrere Stunden.


Das Highlight: Dank der eingebauten Vorwärmeinheit konnte der Generator am nächsten Tag sogar kalt mit Pflanzenöl im System gestartet werden – etwas, das viele Skeptiker für unmöglich halten! Die Vorwärmeinheit (ein Magnetventil auf der Dieselpumpe) heizt die Pumpe auf etwa 35-40°C vor, wodurch das Rapsöl dünnflüssiger wird und der Kaltstart gelingt.


Wichtig: Wir empfehlen trotzdem, den Generator vor dem Abstellen mit einem Schuss Diesel durchzuspülen. Warum? Damit beim nächsten Start garantiert Diesel in der Pumpe ist – für noch leichteres Starten und längere Lebensdauer der Komponenten.

Was du über Pflanzenöl in Dieselmotoren wissen musst

Das Hauptproblem: Viskosität


Der entscheidende Unterschied zwischen Diesel und Pflanzenöl ist die Viskosität – also die Dickflüssigkeit:


Kraftstoff
Viskosität bei 40°C
Diesel
2-4 mm²/s
Rapsöl
35 mm²/s
Sonnenblumenöl
32 mm²/s

Pflanzenöl ist bei 40°C etwa 10-mal dickflüssiger als Diesel. Das hat gravierende Folgen:


  1. 1. Schlechte Zerstäubung: Die Einspritzdüsen können das dickflüssige Öl nicht fein genug versprühen
  2. 2. Unvollständige Verbrennung: Größere Tröpfchen verbrennen nicht vollständig → mehr Ruß
  3. 3. Erhöhter Pumpenwiderstand: Die Dieselpumpe muss deutlich mehr arbeiten
  4. 4. Filterverstopfung: Bei Kälte wird Pflanzenöl noch zähflüssiger und verstopft Filter

Cetanzahl: Zündwilligkeit im Vergleich


Die Cetanzahl beschreibt, wie leicht sich ein Kraftstoff selbst entzündet:


  • Diesel: Cetanzahl 50-55
  • Rapsöl: Cetanzahl 36-44
  • Sonnenblumenöl: Cetanzahl ca. 35

Je niedriger die Cetanzahl, desto schwieriger der Kaltstart und desto härter der Motorlauf. Das erklärt, warum unser SP7000D beim Kaltstart mit Rapsöl zunächst "stotterte", bevor er sich fing.


Das Verharzen-Problem


Pflanzenöle enthalten ungesättigte Fettsäuren, die bei hohen Temperaturen oxidieren und polymerisieren. Dies führt zu:


  • - Ablagerungen in den Einspritzdüsen: Das Spritzbild verschlechtert sich kontinuierlich
  • - Verklebung der Kolbenringe: Erhöhter Ölverbrauch und Leistungsverlust
  • - Verharzte Pumpen: Wenn der Generator mit Pflanzenöl im System steht, können Pumpe und Leitungen regelrecht "zukleben"

Deshalb unsere Empfehlung im Video: Immer mit Diesel ausspülen, bevor du den Generator abstellst!

Die 5 goldenen Regeln für sicheren Pflanzenöl-Betrieb

Damit dein Generator mit Pflanzenöl einwandfrei läuft, solltest du diese fünf Regeln beachten:


1. Wähle den richtigen Generator


Geeignet sind:


  • - Generatoren mit mechanischen Einspritzpumpen (wie der FME SP7000D)
  • - Modelle mit Vorwärmeinheit (deutlicher Vorteil beim Kaltstart)
  • - Ältere, robuste Wirbelkammer-Motoren
  • - Spezialisierte Multifuel-Generatoren (ATG-Serie)

Nicht geeignet sind:


  • - Moderne Common-Rail-Systeme (zu feine Toleranzen)
  • - Pumpe-Düse-Systeme
  • - Generatoren ohne Herstellerfreigabe für alternative Kraftstoffe

2. Immer warm laufen lassen und mit Diesel spülen


Die richtige Vorgehensweise:


  1. - Generator mit Diesel starten und warm laufen lassen (5-10 Minuten)
  2. - Dann auf Pflanzenöl umstellen (oder direkt Pflanzenöl nachfüllen)
  3. - Normaler Betrieb möglich
  4. - Vor dem Abstellen: 5-10 Minuten mit Diesel durchspülen

Dadurch vermeidest du Verharzung in Pumpe und Leitungen. Beim nächsten Start ist wieder Diesel im System.


3. Keine Experimente im Winter


Stockpunkt beachten: Rapsöl wird bei etwa -10°C wachsartig fest. Im Winter ist Pflanzenöl ohne beheizte Tanks keine Option. Die Alternative:


  • - Heizöl funktioniert auch im Winter
  • - HVO100 ist winterfest bis -30°C

4. Steuerrecht kennen und einhalten


Wichtig: Pflanzenöl als Kraftstoff unterliegt in Deutschland der Energiesteuer (47,04 ct/L).


Zwei legale Wege:


  • - Anmeldung beim Hauptzollamt mit Versteuerung (dann wie Diesel behandelt)
  • - Besser: Nutze steuerbegünstigtes Heizöl für stationäre Generatoren (nur 6,14 ct/L)

Supermarkt-Speiseöl ohne Versteuerung im Generator = Steuerhinterziehung mit bis zu 5 Jahren Freiheitsstrafe!


5. Garantiebedingungen prüfen


Realität: Die meisten Hersteller geben keine Freigabe für reines Pflanzenöl. Schäden sind damit vom Garantieausschluss betroffen.


Ausnahme: Spezialisierte Multifuel-Generatoren (ATG-Serie) haben Herstellergarantie auch bei Pflanzenöl-Betrieb, weil sie dafür konstruiert wurden.


Unsere Empfehlung: Wenn du auf Garantie Wert legst, nutze Heizöl (beim SP7000D ausdrücklich erlaubt) oder HVO100 (in jedem Dieselmotor freigegeben).

Der FME SP7000D: Ideal für Pflanzenöl-Betrieb geeignet

Nicht jeder Dieselmotor eignet sich für Pflanzenöl. Entscheidend ist das Einspritzsystem. Unser FME SP7000D bringt die perfekten Voraussetzungen mit:


Warum der SP7000D perfekt ist:


✅ Mechanische Einspritzpumpe – Robust und tolerant gegenüber dickflüssigeren Kraftstoffen
✅ Integrierte Vorwärmeinheit – Heizt die Pumpe vor dem Start vor (35-40°C)
✅ Wirbelkammer-Motor – Weniger empfindlich als Direkteinspritzer
✅ Einfache Konstruktion – Speziell für Notstrom ausgelegt, keine High-Tech-Elektronik
✅ Heizöl-Freigabe ab Werk – Du hast die Wahl: Diesel, Heizöl oder Pflanzenöl


Wie die Vorwärmeinheit funktioniert:


Das Magnetventil auf der Dieselpumpe ist gleichzeitig die Vorwärmeinheit. Wenn du die Zündung einschaltest (ohne zu starten), heizt es die gesamte Pumpe vor. Nach ein paar Minuten hat die Pumpe etwa 35-40°C – also etwas mehr als "handwarm".


Der erste Kraftstoff, der dann angesaugt wird (selbst wenn es Rapsöl ist), ist bereits vorgewärmt und deutlich dünnflüssiger. Deshalb schafft der SP7000D sogar den Kaltstart mit Pflanzenöl – wie unser Video beweist.


Generatoren, die du NICHT für Pflanzenöl nutzen solltest:


Moderne Common-Rail-Systeme (Drücke bis 3.000 bar, Toleranzen im Mikrometerbereich)
Pumpe-Düse-Systeme (zu präzise Elektronik)
Direkteinspritzer ohne Vorwärmung (Kaltstart wird zum Glücksspiel)


Diese Systeme haben extrem feine Toleranzen und reagieren allergisch auf dickflüssiges Pflanzenöl. Schäden sind hier programmiert.


Die professionelle Multifuel-Lösung: ATG-Serie


Wer täglich oder regelmäßig mit Pflanzenöl arbeiten will (z.B. Landwirte mit eigener Ölpresse), sollte einen speziellen Multifuel-Generator in Betracht ziehen:


Vorteile der ATG MULTIFUEL-Generatoren:


  • - Zwei-Tank-System mit automatischer Umschaltung
  • - Kraftstoff-Vorwärmung auf 60-80°C
  • - Herstellergarantie auch bei Pflanzenöl-Betrieb
  • - Betrieb mit Diesel, Heizöl, Rapsöl, Sonnenblumenöl und gefiltertem Altspeiseöl

HVO100 – Die Zukunft alternativer Diesel-Kraftstoffe

Wenn du nach einer umweltfreundlichen Alternative suchst, ist HVO100 (Hydrotreated Vegetable Oil) die Zukunft:


Was ist HVO100?


HVO ist hydriertes Pflanzenöl – chemisch ein Kohlenwasserstoff wie Diesel, nur aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt.


Eigenschaft
HVO100
Diesel
Pflanzenöl
Cetanzahl
70-99
51
36-44
Viskosität
Wie Diesel
2-4 mm²/s
35 mm²/s
Schwefelgehalt
0
<10 ppm
0
Motoranpassung nötig?
NEIN
-
JA


Vorteile von HVO100:


Keine Motoranpassung erforderlich – funktioniert in jedem Dieselmotor
Bis 90% CO2-Reduktion gegenüber fossilem Diesel
Bessere Lagerstabilität – keine Dieselpest
Winterfest bis -30°C
Höhere Cetanzahl = ruhigerer Lauf, weniger Emissionen


Seit Mai 2024 an deutschen Tankstellen erhältlich! Der Preis liegt derzeit etwa 10-15 Cent über normalem Diesel, aber deutlich unter den Gesamtkosten einer Pflanzenöl-Umrüstung.


Ideal für Notstromgeneratoren mit langen Standzeiten, da HVO nicht altert und keine mikrobielle Kontamination (Dieselpest) begünstigt.

Fazit: Mythos widerlegt – Pflanzenöl funktioniert (wenn du's richtig machst)

Unser Praxistest hat eindeutig gezeigt: Ja, der FME SP7000D läuft problemlos mit Rapsöl! Sogar der Kaltstart am nächsten Tag funktionierte dank der Vorwärmeinheit. Die Mythen, die besagen "geht auf keinen Fall" oder "Motor geht sofort kaputt", sind damit widerlegt.


Die Wahrheit liegt in der Mitte:


  • ✅ Mit dem richtigen Generator (mechanische Einspritzpumpe) funktioniert es
  • ✅ Mit der richtigen Technik (Vorwärmeinheit beim SP7000D) klappt sogar der Kaltstart
  • ✅ Mit der richtigen Vorgehensweise (durchspülen vor dem Abstellen) bleibt alles sauber
  • ⚠️ Aber: Winterbetrieb, Steuerrecht und Garantiefragen musst du beachten

Für wen ist Pflanzenöl sinnvoll?


  • - Landwirte mit eigener Ölpresse (Kosten unter 50 Cent/Liter)
  • - Gastronomen mit Zugang zu Altspeiseöl
  • - Krisenvorsorger, die mehrere Kraftstoffoptionen haben wollen
  • - Alle, die bereits einen SP7000D oder ATG Multifuel besitzen

Für wen ist Heizöl die bessere Wahl?


  • - Alle, die maximale Bequemlichkeit wollen (keine Durchspül-Prozedur)
  • - Nutzer, die auch im Winter betreiben wollen
  • - Alle, die Garantie und rechtliche Sicherheit bevorzugen
  • - Alle, die günstig tanken wollen (40% Ersparnis vs. Diesel)

Unser Tipp: Der FME SP7000D gibt dir die Flexibilität, alle drei Optionen zu nutzen:


  1. 1. Heizöl für den Alltag (günstig, bequem, winterfest)
  2. 2. Pflanzenöl für Krisenzeiten oder wenn du günstige Quelle hast
  3. 3. Diesel als Standard-Backup

Du hast Fragen zur Kraftstoffwahl für deinen Generator? Unser Team berät dich gerne:

📞 +49 (0) 5423 477400
📧 info@kipor.org



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